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Kurt Tucholsky und Andere über die „eigentümlich bergenden Sitzhäuschen“
In Strandkörben sitzt, liegt und denkt es sich angenehm. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Schriftsteller sie für sich entdeckten. Ein kurzer Rundgang durch die Literaturgeschichte des Strandkorbs, abgerundet mit Liebeserklärungen eingefleischter Strandkorb-benutzerinnen und -benutzer.
Kurt Tucholsky schrieb 1922:
„Mein Arbeitsplatz, der herrlichste, den ich kenne, liegt einsam. Aber wäre er auch belebter, das isolierende Getöse der Brandung, die schützenden Seitenwände des Strandkorbes, dieses von jung auf vertrauten und eigentümlich bergenden Sitzhäuschens, würden keine Störung aufkommen lassen. Geliebte, unvergleichlich befriedigende und angemessene Situation, welche mein Leben gesetzmäßig immer wieder herbeiführt!“
Theodor Fontane, in einem Brief an seine Gemahlin Emilie, 1882:
„Vom Kurhause ging ich an den Strand und dämmerte so von Bank zu Bank. Als ich an der Hauptstelle war, wo viele Hunderte von Korbhütten stehen, in denen man die Strandluft genießt, fühlte ich mich von hinten her gepackt, und der kleine jüdische Malerprofessor Michael stand vor mir ... Er schleppte mich bis an seine Korbhütte, wo ich nun der Frau Professorin und ihrem 19jährigen Sohne ... vorgestellt wurde.“
Heinrich Heine, in seinem Reise-Tagebuch:
„Die Badekutschen, die Droschken der Nordsee, werden hier nur bis ans Wasser geschoben und bestehen meistens aus viereckigen Holzgestellen, mit steifem Leinen überzogen. Jetzt, für die Winterzeit, stehen sie im Konversationssaale und führen dort gewiss ebenso hölzerne und steifleinene Gespräche, wie die vornehme Welt, die noch unlängst dort verkehrte.“
Für die Gäste der Travemündener Strandkorb-Verleihung sind die Körbe mehr als einfach nur Sonnen- oder Windschutz – und bieten das genaue Gegenteil der „steifleinene Gespräche“, die Heine konstatiert hatte:
„Mein Strandkorb ist meine sturmfreie Bude.“
„Mein Strandkorb ist mein Bräunungsstudio.“
„Mein Strandkorb ist ein Ort der Ruhe.“
„Mein Strandkorb ist wie Ferien - nur schöner.“
„Mein Strandkorb ist mein Zufluchtsort.“
„Mein Strandkorb ist meine zeitlose Liebe.“
„Mein Strandkorb ist meine Kuscheloase.“
„Mein Strandkorb ist mein Gestern, Heute, Morgen.“
„Unser Strandkorb ist unsere Liebeslaube.“
„Unser Strandkorb ist unser Vorspielort.“
„Unser Strandkorb ist unser Strandbett.“
„Unser Strandkorb ist unser Kommunikationszentrum.“
„Unser Strandkorb ist unser Reha-Zentrum.“
„Im Strandkorb ist mir die Konjunktur egal.“
„Im Strandkorb bekomme ich meine besten Ideen.“
„Im Strandkorb bin ich König.“ |
Und das noch: Der Komfort für die Bundesliga-Trainer nimmt immer mehr zu. Bei einem 0:0-Spiel gegen den 1. FC Köln setzte sich Freiburgs damaliger Trainer Volker Finke erstmals in einen blauweiß gestreiften Strandkorb am Spielfeld-Rand. Das Sitzmöbel war ein Geschenk der Kurverwaltung Langeoog...
Tipp: Fallen einmal Reparaturen an einem Strandkorb an, empfiehlt sich in jedem Fall ein Akkuschrauber oder wenn Einzelteile genauer gebohrt werden müssen -beispielweise Zwischenbohrungen für zusätzliche Arretierungsstufen- der Einsatz einer Säulenbohrmaschine. Infos finden Sie auf Saeulenbohrmaschine.net
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